Fotografie vor Ort und nah am Menschen

Schon immer habe ich am liebsten Geschichten fotografiert, in deren Mittelpunkt Menschen stehen. Dabei ist es mir wichtig, Nähe zu den Personen vor meiner Kamera herzustellen. Wenn ich Menschen durch mein Objektiv betrachte, versuche ich, sie vor der Kamera sein zu lassen. Ich selbst nehme mich als Betrachterin zurück, gebe Raum, bin dabei soweit mir möglich emphatisch. Eins der schönsten Komplimente habe ich von der mehrfach schwerstbehinderten Nicki bekommen: „Wenn man von Bethel fotografiert wird, fängt man an, von innen zu leuchten.“ Individualität ist für mich spannender, als eine perfekt inszenierte und glattretuschierte Oberfläche. Jemanden zu portraitieren ist etwas sehr Vielschichtiges und weit mehr, als das einfache Ablichten seines Gegenübers. So ist auf einem gelungenen Foto vieles sichtbar gemacht, was mit bloßem Auge in der Situation vielleicht gar nicht bewusst wahrgenommen wurde.